Lea Hellwig, Simon Schindele, Simon Steinberger

Der Wunsch nach dem Eigenheim mit Garten ist heute nicht mehr mit Landflucht verbunden, sondern kann in zentraler Lage und in unmittelbarer Nähe zum Alexanderplatz verwirklicht werden. Das Konzept des »Urban Village« verspricht ländliche Ruhe in einem städtischen Umfeld und schafft dadurch etwas völlig Non-Urbanes. Potenzielle Bewohner werden mit Begriffen wie »Höfe«, »Gärten« und »Quartiere« für die idyllisch wirkenden Wohnsiedlung angeworben, die »ein harmonisches Miteinander von Natur, Architektur, der Gesellschaft und dem Einzelnen.« versprechen. Das Projekt betrachtet das Phänomen »Urban Village« kritisch auf verschiedenen Ebenen: Investoren-Versprechen, Medienecho, Klischee und Realität.


In einer umfangreichen Recherche wurden zunächst die Internetpräsenzen und Werbeauftritte verschiedener Wohnprojekte gesichtet. Auffallend war auch die Berichterstattung in Zeitung und Fernsehen über neu entstandene Bauprojekte und Reaktionen der Bevölkerung. Hieraus ergab sich eine detaillierte Auswertung verschiedener Pro- und Contrapositionen gegenüber dem Konzept »Urban Village« und es wurde eine umfangreiche Zitatsammlung angelegt.


Nach der Recherche wurden folgende Wohnprojekte genauer untersucht: Prenzlauer Gärten, Marthashof, Diplomatenpark, Viktoriaquartier, Prenzlauer Bogen. Um der abstrakten Zitatebene eine erfahrbare Komponente hinzuzufügen, wurden die ausgewählten Bauprojekte fotografisch dokumentiert. Die entstandenen Fotografien wurden in einer Publikation den zuvor gesammelten Zitaten gegenübergestellt um entweder Übereinstimmungen oder Gegensätze zwischen den Aussagen und der vorherrschenden Realität aufzuzeigen.