Lea Hellwig

Dieses Projekt beschäftigt sich mit der Grenze zwischen privatem Raum und Öffentlichkeit. Das Thema ist hochaktuell und es gibt eine Vielfalt an Positionen und Aspekten, die bei seiner Beleuchtung zu berücksichtigen sind. Um sich ein Bild der Diskussion machen zu können, ist es dringend erforderlich verschiedene Perspektiven einzunehmen. Das Projekt »Privat/Öffentlich« ermöglicht einen Einblick in unterschiedliche Positionen und Gedanken zu dem Thema. In erster Linie galt es herauszufinden, ob eine Grenzverschiebung stattfindet.

Ergebnis dieser Auseinandersetzung ist eine Publikation, deren Inhalt sich aus drei Bestandteilen zusammensetzt: Text, anonymisierte Artikel und Fotos. Durch Zitate der Theoretiker: Hannah Arendt, Vilém Flusser und Richard Sennett wird das Thema von einem theoretischen Standpunkt aus beleuchtet. Die fotografische Ebene enthält Bilder, die verschiedene Personen mit einer Einwegkamera erstellt haben und die ihre Sicht, auf Privatheit und Öffentlichkeit wiedergeben. Das Anonymisieren der Bilder, bzw. der daraus resultierende schwarze Balken, entwickelte sich zum grundlegenden Gestaltungselement und taucht erneut bei den Artikeln auf. Hier steht die Fragestellung im Vordergrund, wie sich öffentliche Artikel über private Angelegenheiten wieder zurückprivatisieren lassen können. Inhaltlich kristallisierte sich heraus, dass die Teilhabe an der Privatsphäre anderer ein menschliches Grundbedürfnis ist und wir diese brauchen um unsere eigene Identität zu festigen und zu finden. Wir reflektieren uns also selbst in der Privatsphäre anderer. Entsprechend wurde der Spiegel und das Spiegeln als weiteres Stilelement eingesetzt.