Camila Gonzales Benöhr, Julius Klaus

Der Sonntag ist ein stets wiederkehrendes Ereignis mit einer besonderen kulturellen Bedeutung. An diesem Tag haben wir keine Verpflichtungen, stellen keinen Wecker, sind nicht verplant – unsere Zeitwahrnehmung ist am Sonntag anders als in der Arbeitswoche. Unser Fokus wird auf Aktivitäten gelenkt, die normalerweise weniger Beachtung finden – Regeneration, Ablenkung, Familienleben. Jeder behandelt diesen Tag individuell, verbringt ihn auf seine ganz eigene Art und Weise. Wie lässt sich die Authentizität von einem Ereignis, das durch seine individuelle persönliche Bedeutung so facettenreich ist, kommunizieren? Wo finden sich Gemeinsamkeiten zwischen den unterschiedlich gelebten Sonntagen? Und warum wird einem trivialen Ereignis so konsequent in vielen verschiedenen Kulturen schon seit mehr als einem Jahrtausend große Bedeutung beigemessen?


In der Recherchephase kamen verschiedene Designmethoden zum Einsatz. In einer Videoumfrage mit 40 Passanten näherten wir uns zunächst an das vorherrschende Realitätsbild des Sonntags und damit verbundenen Assoziationen an. In der anschließenden »Photosurvey« ließen sich bestimmte Rituale feststellen und wir konnten unser Bild konkretisieren. Die Designmethode des semantischen Differntials ermöglichte uns einen Einblick in Gefühle und Konnotationen des Sonntags. In einem qualitativen Interview mit dem Pressesprecher des Erzbistums Stefan Förner sollte die Kirche ihre Position und Wünsche hinsichtlich des Sonntags darlegen. Außerdem erfuhren wir in einem Gespräch mit dem Leiter der Bundesfachgruppe Einzelhandel, Ulrich Dalibor, mehr über die Einstellung der Vereinten Dienstleistungsgesellschaft (Ver.di).

Zum Semesterende wurden die Ergebnisse in einer Publikation aufbereitet. In Form einer Zeitung wird neben Texten fotografisch der Tagesablauf vieler verschiedener Menschen am Sonntag dokumentiert.  Der Leser bekommt die Möglichkeit ein gesamtheitliches Bild vom Sonntag und kann seine Erfahrungen reflektieren.