Caroline Gießner/ Philipp Koller

In der Gestaltung unseres Umfeldes stellen Aspekte wie Abstraktion und Reduktion wichtige Instrumente für eine verständliche Visualisierung dar. Gestalterische Arbeiten basieren dabei meist auf der intuitiven Adaption und Anwendung der Grundlagen des Sehens und der Visuellen Wahrnehmung. Paradoxerweise wird unsere Umgebung immer komplexer und diffuser. Dieses Projekt beschäftigt sich mit den Grenzbereichen, zwischen dem Sichtbaren und nicht mehr Wahrnehmbaren, zwischen Schwarz und noch schwärzer.

Nach der intensitven Beschäftigung mit verschiedenen optischen Phänomen und ihrer Darstellung in der Recherchephase, erschien die Fokussierung auf einige Teilbereiche sinnvoll. Ergebnis ist das Projekt »Über Sehen« – ein explorativer Experimentaufaufbau, in dem verschiedene Phänomene des Sehens untersucht werden:  Photopisches / Skotopisches Sehen, Stereoskopie, Nahakkomodation, instabile Bilderkennung und Bewegungswahrnehmung. 

In einer Ausstellung mit mehreren Stationen kann der Betrachter die persönlichen Grenzbereiche des eigenen Sehens aktiv erkunden. Durch das Erleben und Ausreizen der unterschiedlichen Sehprozesse wird der Betrachter an verschiedene Themengebiete herangeführt; die Erfahrung wird durch eine theoretische Ebene aus ergänzenden Texten und Illustrationen vervollständigt.